Wiener Charta 2015. Respekt gemeinsam leben

Plakat mit vier Menschen von hinten, die verschiedene Kopfbedeckungen tragen. Darüber steht: Der Bauch sagt: Respekt ist Kopfsache!

Damit wir gut miteinander auskommen, braucht es Respekt”, wurde von den Wienerinnen und Wienern in der “Wiener Charta” 2012 erarbeitet. Um Respekt drehte sich auch die Kampagne für Antirassismus und Zivilcourage der Stadt Wien: “Der Bauch sagt: Respekt ist Kopfsache!”.

Auf Initiative von Stadträtin Sandra Frauenberger und in Kooperation mit “DAS BÜNDNIS für Menschenrechte & Zivilcourage – gegen Diskriminierung & Extremismus” hat die Abteilung Integration und Diversität (MA 17) einen Plakatwettbewerb ins Leben gerufen. Am 21. März 2015, dem Welttag gegen Rassismus, wurden die drei besten Einreichungen des Plakatwettbewerbs im Museum für angewandte Kunst (MAK) präsentiert.

Plakatwettbewerb für Antirassismus und Zivilcourage

23 Charta-Gespräche in 23 Wiener Gemeindebezirken

Rund zwanzig Menschen diskutieren bei einem Info-Stand der "Wiener Charta"“Respekt” fällt nicht vom Himmel, sondern muss sich im Alltag bewähren. Drei Jahre nach dem Prozess der Wiener Charta lud die Stadt Wien auf Initiative von Stadträtin Sandra Frauenberger wieder dazu ein, an Charta-Gesprächen teilzunehmen oder selbst ein Gespräch zu organisieren. In allen Bezirken Wiens fanden zwischen Mai und September 2015 insgesamt 23 Charta-Gespräche statt.

Wien hat sich Ende 2014 zur Menschenrechtsstadt deklariert und damit verpflichtet, die schon jetzt gute Situation in unserer Stadt noch weiter zu verbessern. Respekt spielt dabei eine zentrale Rolle: Mit welchem Respekt treten wir anderen gegenüber auf und wie wollen wir selbst gerne behandelt werden? Was würde helfen, damit Respekt und Akzeptanz in unserem Alltag optimal gelebt werden können?

Charta-Plakate und Infomaterial

Plakate mit dem Charta-Text sowie Informationsmaterial zum Prozess schicken wir Ihnen gerne kostenlos zu:

  • Ein Folder-Plakat (Vorderseite: Kurze Infos zum Prozess; Rückseite: Plakat im Format A 2 mit dem Text der Wiener Charta)
  • Sondernummer ”Perspektiven” (68 Seiten) mit ausführlicher Darstellung des Charta-Prozesses
  • Englisch:  Informationsbroschüre zum Prozess und der Text der Charta

Bestellungen sind per  E-Mail: charta@post.wien.gv.at oder telefonisch unter  01 4000-81561 möglich.

Unter Downloads stehen  der Folder, die Infobroschüre auf Englisch sowie der Charta-Text in den Sprachen Serbisch, Türkisch, Bosnisch-Kroatisch, Arabisch und Farsi zur Verfügung.

 

Das war die Entstehung der „Wiener Charta“ im Jahr 2012

Das Ziel

Bürgermeister Dr. Michael Häupl, Vizebürgermeisterin Mag.a Maria Vassilakou und Stadträtin Sandra Frauenberger stellten am 13. März 2012 bei der Startpressekonferenz die Zielsetzungen des Projekts mit folgenden Worten vor:

„Die in Wien lebenden Menschen sind zu Recht auf die hohe Lebensqualität in unserer Stadt stolz. Gerade in einer Zeit, die uns alle vor neue Herausforderungen stellt, ist ein Klima des sozialen Zusammenhalts und des gegenseitigen Respekts immens wichtig. Wie wir im Alltag miteinander umgehen, spielt dabei eine zentrale Rolle. Das ist aber nicht per Gesetz zu verordnen. Es braucht einen gemeinsamen Nenner, auf den sich die Menschen, die in Wien leben, miteinander verständigen. Dafür bietet die Wiener Charta nicht nur den Rahmen, sie forciert den BürgerInnendialog offensiv und schafft damit Bewusstsein für Solidarität. (…) Ziel der  Wiener Charta ist es, gemeinsam mit allen in Wien lebenden Menschen die Weichen für ein respektvolles und dauerhaft gutes Klima in unserem Wien zu stellen.“

In diesen Sätzen wurden zentrale Elemente und Zielsetzungen deutlich:

  • Die Charta sollte kein Diktat von oben sein, kein neues Regelwerk, dessen Einhaltung sanktioniert wird.
  • Es sollten Menschen aus unterschiedlichen Generationen und mit unterschiedlichen Lebenseinstellungen, Hautfarben, Berufen und Meinungen zusammenkommen, diskutieren und die Charta erarbeiten. Es sollte und durfte kontrovers diskutiert werden. Es ging also um Grinzing wie Favoriten, um Unternehmerinnen/Unternehmer,  Angestellte, Arbeiterinnen/Arbeiter – und um Menschen, die nicht im Erwerbsleben stehen. Es ging um Kinder wie um ältere Menschen, um Personen mit besonderen Bedürfnissen, um hier Geborene und Zugewanderte, um Menschen aller Religionen und Weltanschauungen –kurz: Es ging um alle, denn Zusammenleben geht uns alle an.
  • Das Besondere an diesem Projekt: Es wurde nichts verordnet – die Stadt Wien ermöglichte diesen Prozess und bot lediglich den Rahmen dafür. Die Wiener Charta ist ein zukunftsweisendes Projekt, eine Form der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, die es in dieser Form europaweit bisher noch nicht gegeben hat.
  • Zukunftsorientierung: Die Wiener Charta sollte eine Übereinkunft der Bürgerinnen und Bürger sein, die sie gemeinsam und aus persönlicher Überzeugung treffen. Dabei sollte es nicht um Wünsche an die Politik und/oder die Verwaltung gehen, sondern darum, was jedeR selbst beitragen kann, um das Zusammenleben zu verbessern.

Die Stadt Wien ermöglichte Gespräche vor Ort und Online-Diskussion

Die Stadt Wien stellte  für diese Plattform der Bürgerinnen und Bürger den Rahmen zur Verfügung. Konkret bedeutete das, sie stellte für Diskussionen sowohl vor Ort als auch online die Moderation zur Verfügung. Als “Einstieg“ gab es eine inhaltliche Vorgabe in Form von unverzichtbaren Grundlagen, die auf der Rechtsordnung (Bsp. Menschenrechte) beruhen. Auf diesem Basis-Dokument baute die Diskussion auf. Weiters wurde ein unabhängiger Beirat eingerichtet.

PartnerInnen

Alle Unternehmen und Organisationen der Stadt waren eingeladen, Partnerorganisation zu werden. 325 Organisationen in einer beeindruckenden Vielfalt erklärten sich bereit.

Ablauf

1. Themensammlung: 19. März bis 1. April 2012

Was ist Ihr Thema? Was ist dein Thema? Alle Wienerinnen und Wiener konnten online oder per Telefon die Themen, die ihnen wichtig sind, einbringen.
Anschließend wurden diese Themen in Blöcken zusammengefasst.

2. Charta-Gespräche: 13. April bis 14. Oktober 2012

Überall in Wien fanden Charta-Gespräche statt – organisiert von Organisationen, Unternehmen und engagierten Einzelpersonen. Die Moderatorinnen und Moderatoren dieser Charta-Gespräche stellten die Ergebnisse der Gruppe auf die Online-Plattform.

3. Online-Diskussion: 28. September bis 14. Oktober 2012

Alle Wienerinnen und Wiener waren eingeladen, ihre Meinungen zu den Themen online zu posten oder per Telefon einzubringen.

4. Veröffentlichung der Wiener Charta: 27. November 2012

Am Ende des Beteiligungsprozesses steht eine selbstständige und freiwillige Vereinbarung über die Regeln des Zusammenlebens und für einen guten, fairen und respektvollen Umgang miteinander. Der Text der Wiener Charta wurde am 27. November präsentiert und wienweit bekanntgemacht.

5. Die Charta leben

Die Wiener Charta ist kein Gesetz, sondern eine Übereinkunft der Bürgerinnen und Bürger, die sie gemeinsam und aus persönlicher Überzeugung treffen. Sie wird das Leben in Wien in dem Maße verändern und prägen, indem sich Menschen aus freier Überzeugung dazu entschließen und darin mit anderen übereinkommen. Es hängt von jeder und jedem einzelnen ab, inwieweit sie das Zusammenleben verbessert.

Gespräche unter Wienerinnen und Wienern können dabei sehr hilfreich sein. Das Charta-Büro stellt für Gespräche über die Charta und die Themen der Charta Moderatorinnen und Moderatoren zur Verfügung. Im Jahr 2015 soll das Thema “Respekt” im Mittelpunkt der Gespräche stehen.